Der Mai steht ganz im Zeichen des Neubeginns, der Fruchtbarkeit und des Aufbruchs – innerlich und äußerlich. Nahezu alles dreht sich um Aufblühen, neue Lebenskraft und natürlich um die Liebe.

Maibäume aufzustellen hat eine lange Tradition. Wahrscheinlich stammt der Brauch aus der Zeit des griechisch-römischen Altertums, wo Häuser und Ställe mit Zweigen und Bäumchen zum Schutz vor Krankheiten und bösen Geistern geschmückt wurden. Hier war es meist eine Birke bzw. Birkenzweige, da diese nach dem Winter als erste mit Grünem glänzt. Die Birke verkörpert zudem Kraft, Anmut und Lebenswillen, Licht sowie Heiterkeit. Zusammen mit Kränzen und bunten Bändern ist die Birke also ein herrliches Fruchtbarkeitssymbol.  Aber es gibt natürlich noch ganz viele andere Maibräuche und Sitten.

Liebesmaien und die Maibraut

Beim „Liebesmaien“ stellen junge Männer ihrer Angebeteten in der Nacht eine Birke vors Haus, die möglichst groß sein soll. Je größer und prächtiger, desto größer auch das „Hingezogensein“. Handelt es sich allerdings um ein weniger anmutiges Gewächs wie z.B. die vertrockneten Reste des Christbaums, dann sollte sich die im Haus wohnende „Maid“ ernsthaft Gedanken um ihren Ruf machen. Und eine Maibraut beim Maientanz an die Männer eines Ortes versteigert – der Sieger darf mit seiner Maibraut zum Tanz in den Mai gehen.

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Von Maitänzen und der Walpurgisnacht

Am Vorabend zum 1. Mai wird in vielen Regionen traditionellerweise ein großes Feuer entzündet. Der Tanz darum herum vertreibt dunkle Mächte und bereitet dem kommenden Frühling den Weg. Es heißt, dass der waghalsige Sprung über das Feuer reinigend wirken und Krankheiten fernhalten soll. Außerdem gilt er nach wie vor als Mutprobe und junge Männer wollen damit ihrer Angebeteten imponieren. Das „mutige Gehüpfe“ hat keltischen Ursprung.

Hexenstreiche

Junge Männer (aber natürlich auch Frauen) ziehen am Vorabend zum 1. Mai durch die Straßen und machen Streiche. Am besten besonders kreativ und mutig … Dies geht übrigens darauf zurück, dass der Bemusterungstermin in früheren Zeiten am 1. Mai stattfand.

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Andere Länder, andere Sitten

In Frankreich verschenkt man an Menschen, die man richtig mag 1, 2 oder 3 Maiglöckchen als Symbol für Glück und Frühling. Der Legende nach wurden Maiglöckchen von Apollo „erfunden“, als weicher Teppich für die zarten Füße der neun Musen.

In Tschechien werden am Vorabend des 1. Mai „Hexenfeuer“ entzündet, die die dunklen Mächte vertreiben und den Fühling willkommen heißen sollen. Hier ist der 1. Mai der Tag der Liebe, denn Paare legen in Prag an der Statue von Karel Hynek Mácha, der mit seiner Gedichtsammlung „Mai“ als schönem und zugleich traurigen Liebesepos bekannt wurde, Blumen nieder. Ein anschließender Kuss unter einem Kirschbaum soll Glück und Gesundheit bringen.

Und auf Hawaii ist der 1. Mai der „Lei-Tag“ – dann gibt es überall die berühmten Blumengirlanden. Einen Lei zu verschenken ist eine schöne Geste, denn es ist gleichbedeutend mit dem „Geben von Zeit“. In diesem besonderen Geschenk steckt nämlich beim Anfertigen viel Zeit, Liebe und Sorgfalt. Wichtig: Eine Blüte hinter dem rechten Ohr bedeutet Single, hinter dem linken bedeutet vergeben. Also genau hinschauen!

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